Auf die Folge der Vorstellungen achten
- frei gesprochen?
- „Storytelling“
- Kopfkino! Deshalb:
- Wieviel Freiheit darf’s sein?
- „frei“ gesprochen – ein neuartiges Angebot …

Eine typische Straßenszene. Was sehen Sie hier? Was stellen Sie sich vor? Fangen Sie mal an zu erzählen …
Hinter der „Erzählbarkeit“ steht ein philosophisch-psychologisches Problem.
Johann Georg Sulzer (1720-79) war ein Schweizer Theologe und Philosoph der Aufklärung. Seine Allgemeine Theorie der Schönen Künste ist die erste deutschsprachige Enzyklopädie, die alle Gebiete der Ästhetik systematisch behandelt. Darin findet sich ein Abschnitt mit der Überschrift „Beredsamkeit“:
„Wenn in einer förmlichen Rede die Abhandlung aus verschiedenen Haupttheilen besteht, so thut der Redner wol, im Anfang derselben den Inhalt eines jeden Haupttheiles anzuzeigen, damit der Zuhörer die Folge der Vorstellungen desto leichter fasse .“ ( Allgemeine Theorie der schönen Künste: in einzeln,nach alphabetischer Ordnung der Kunstwörter auf einander folgenden Artickeln abgehandelt, Band 2, 1778, S.34 )
Ziel ist es, dass die Zuhörer die „Folge der Vorstellungen“ fassen.
Sulzer fährt wenig später fort:
„Wir wollen hier nichts von der Ordnung der Haupttheile der Rede sagen, nach welcher auf den Eingang die Abhandlung oder Ausführung der Sache, und dann der Schluß der Rede folget; … und es kann ohnedem keinem nachdenkenden Redner entgehen. …
Der wichtigste und schwerste Theil der Anordnung einer Rede ist die Folge der Vorstellungen in dem Haupttheil , den man die Abhandlung der Rede nennet.
Im Zentrum der Rede steht nach Sulzers Ansicht die „Folge der Vorstellungen“.
Ueberhaupt muß die Anordnung einer Rede so natürlich und ungezwungen seyn, daß jeder Zuhörer dabey denken muß, man könne sich die Sachen nicht wol anders vorstellen.
Jedes folgende muß so aus dem vorhergehenden entstehen , daß keinem Zuhörer einfallen kann, es könnte die Reihe der Vorstellungen anders seyn.“ (ebenda, S.92)
