- frei gesprochen?
- „Storytelling“
- Kopfkino! Deshalb:
- Wieviel Freiheit darf’s sein?
- „frei“ gesprochen – ein neuartiges Angebot …
Wie finde ich Freiheit?
Viele Menschen sind auf der Suche nach Freiheit. Doch was macht wirklich
frei?

Bemerkenswert, diese Sommer in letzter Zeit, zum Beispiel der Sommer von 2016: Zunächst nicht enden wollendes feuchtes Wetter, dann kamen die sonnigen August- und Septembertage. Zuletzt beklagten wir anhaltende Trockenheit. Bei Wetter-Wünschen stehen Urlauber gegen Landwirte. Was darf’s denn bitteschön sein: herrlicher Sonnenschein für die einen und gut kalkulierbare Nässe für die anderen am besten. Und für beide Bedürfnisse gilt: Erst wenn etwas wirklich fehlt, geht den Menschen auf, was sie brauchen. In beiden Fällen gab es zu wenig und zu viel: Mangel und Überangebot.
Mit der Freiheit verhält es sich ähnlich. Sie wird erst dann erkannt, wenn sie fehlt. Wer sich eingeengt fühlt, sehnt sich danach, frei zu sein. Wer mit
ansehen muss, wie seine Umgebung allmählich zur Wüste wird, will raus in
die Freiheit. Das ist eine Ur-Sehnsucht der Menschheit. Und für manche
Zeitgenossen bildet sie den Hintergrund ihrer Flucht. Weg von Krieg und
Gewalt hinein in einen Freiraum: Wo Sicherheit herrscht, gutes Auskommen möglich ist und Kinder die Chance auf eine echte Kindheit haben.
Die Sehnsucht nach einer Freiheit des Geistes
Freiheit ist einer der sogenannten „westlichen“ Werte. Die Französische
Revolution von 1789 machte dieses Wort zum Schlagwort: Freiheit –
Gleichheit – Brüderlichkeit. Zuvor hatte sich Nordamerika bereits die
Unabhängigkeit vom britischen Mutterland erkämpft und die gewonnenen
Freiheitsrechte in einer „Declaration of Independence“ festgehalten.
Während die Revolutionäre in Frankreich im Namen der Freiheit Terror und Gewalt in ganz Europa auszubreiten begannen, wurde Nordamerika zum Zielpunkt der von der Revolution enttäuschten Freiheitssucher. Flucht vor Tod und Gefangenschaft, vor Hunger und Verfolgung – damals wie heute. Menschen sehnen sich zutiefst nach einer Freiheit des Geistes, in der Gedankenverbote, Zensur und Unwahrhaftigkeit nicht länger herrschen.
Hundert Jahre vor der Revolution 1789 wurden französische Flüchtlinge in
den deutschen Territorien aufgenommen. Sie nannten sich Hugenotten und waren protestantische Christen, die – vom absolutistischen Staat
unterdrückt – in ihrer Heimat ihren Glauben weitgehend im Untergrund
lebten.

Ihr Symbol, das Hugenottenkreuz, entstand auf dem Höhepunkt der
Verfolgung unter König Ludwig XIV. Ein Goldschmied aus der Stadt Nîmes
verband ein Kreuz, dessen Arme vom Zentrum aus breiter werden, mit vier Lilien und einer Taube. Die Lilien stehen für das Wappen der französischen Monarchie, die Taube für den Heiligen Geist. Diese Hugenotten vertraten also auch eine Freiheit des Geistes. Sie suchten sie aber nicht, sie hatten sie bereits gefunden, mitten in der Verfolgung. Es war ihre innere Freiheit, die es ihnen ermöglichte, trotz Verlust der Heimat nicht aufzugeben, sondern konstruktiv beim Aufbau des Gastlandes mitzuhelfen. So ermöglichte ihre Flucht ein wirtschaftliches Erstarken Deutschlands nach den Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg.
Wahre Freiheit findet sich … bei Jesus
Für die Hugenotten galt, was allen Christen bekannt sein sollte: Freiheit ist
eine geistliche Freiheit, eine Freiheit des Heiligen Geistes. Paulus schrieb in seinem zweiten Brief an die Gemeinde von Korinth:
„Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“
(2. Korinther 3,17).
In diesem Brief handelt nur dieser eine Vers von Freiheit. Deshalb muss man wohl die Betonung auf den ersten Teil des Satzes legen: „Wo der Geist des Herrn ist“. In anderen Briefen hat Paulus viel ausführlicher über Freiheit geschrieben. Aber im zweiten Korintherbrief kommt das Wort nur einmal vor.
Damit jedoch hat Paulus die Freiheit besonders herausgestellt. Der Apostel
nimmt eine Standortbestimmung der Freiheit vor. Wo ist Freiheit zu finden? Im Heiligen Geist! Anders gesagt: Für Christen gibt es wahre Freiheit nicht ohne diesen Geist. Und dieser Geist, der Geist des Herrn, steht für Gott selbst. Freiheit gibt es nicht ohne Gott. Wer immer Freiheit sucht: bei Gott, bei Jesus wird man fündig.
Freiheit im Heiligen Geist meint nicht eine hochfliegende Vernachlässigung der irdischen Pflichten. Freiheit im Geist ist eine innere Haltung. „Freiheit steht und fällt mit dem, der mich hält“, so haben die Liedermacher Frank und Peter Hübner getextet. Und: „Die Bindung an ihn hat mich zur Freiheit geleitet“. Wo ich mich dem Geist Gottes aussetze, wächst in mir eine neue Geisteshaltung. Eine neue Gesinnung, die sich in Freiheit bewährt und die Halt gibt. Diese Erfahrung ist jedem zu wünschen!
Volker Storch, ursprünglich veröffentlicht bei ERF.de (leicht bearbeitet)
